Informatives Bild für Automatisierungsstufen im autonomen Fahren

Autonomes Fahren Stufen L0 bis L5 und Vernetzte Autos

Was sind die Stufen des autonomen Fahrens? Die SAE-Skala hat sechs Stufen. Stufe 0 bietet keine Automatisierung, Stufe 1 ergänzt eine einzelne Hilfe wie den Tempomat, Stufe 2 lenkt und bremst, während du aufpasst, Stufe 3 fährt unter bestimmten Bedingungen selbst, Stufe 4 braucht in einem definierten Gebiet keinen Fahrer, und Stufe 5 fährt überall, ganz ohne Lenkrad.


Kaum ein Thema im Auto sorgt für so viel Hype und so viel Verwirrung wie das selbstfahrende Auto. Lässt man die Schlagwörter weg, bleibt eine klare Skala: die sechs SAE-Stufen der Fahrautomatisierung, L0 bis L5. Jede Stufe gibt ein Stück mehr des Fahrens von dir ans Auto ab. Dieser Artikel erklärt, was jede Stufe wirklich erlaubt, welche Autos heute wo stehen, und beantwortet klar die Fragen, nach denen die Leute tatsächlich suchen: Welches Level fährt Waymo, welches Level fährt Tesla, und welches Level hat ein Mercedes?

Die Kurzfassung: Tesla Autopilot und Full Self-Driving sind Level 2, der Mercedes Drive Pilot ist Level 3, und Waymo fährt auf Level 4. Was diese Zahlen bedeuten, schlüsseln wir unten auf. Vernetzte Autos behandeln wir ebenfalls, denn die höheren Stufen stützen sich darauf.

Ein Begriff, der dir immer wieder begegnen wird, ist SAE. Den klären wir zuerst.

6Stufen, von L0 bis L5
L2Höchste in den meisten Neuwagen
L3Höchste, die du kaufen kannst
L4Waymos fahrerlose Robotaxis

Was ist die SAE und was sind SAE-Automatisierungsstufen?

Die SAE (Society of Automotive Engineers) ist die Normungsorganisation, die einen großen Teil des technischen Regelwerks für die Automobil- und Luftfahrtindustrie festlegt. Beim autonomen Fahren ist die SAE vor allem für die Norm SAE J3016 bekannt, die die sechs SAE-Stufen der Fahrautomatisierung definiert, von Level 0 (keine Automatisierung) bis Level 5 (vollständige Automatisierung). Hersteller, Behörden und Presse nutzen diese "SAE-Stufen", damit alle dasselbe meinen. Sie sind der Grund, warum ein Level-3-Auto auf dem Papier dasselbe heißt, egal ob es aus Stuttgart oder aus Kalifornien kommt.

Was sind die Stufen des autonomen Fahrens? SAE-Level L0 bis L5 erklärt

Du fährst · L0-L2

0Keine Automatisierung (L0)Du steuerst alles. Warnungen und Notbremsassistent helfen, fahren aber nie selbst.
1Fahrerassistenz (L1)Ein Helfer zur Zeit, adaptiver Tempomat oder Spurhaltung, nicht beides zusammen.
2Teilautomatisierung (L2)Lenkt und hält Tempo zugleich, doch du musst ständig aufpassen. Tesla Autopilot & FSD, GM Super Cruise.

Das Auto fährt · L3-L5

3Bedingte Automatisierung (L3)Das Auto fährt unter festgelegten Bedingungen selbst; du übernimmst auf Aufforderung. Mercedes Drive Pilot, das Höchste zum Kaufen.
4Hochautomatisierung (L4)Vollständig fahrerlos in einem kartierten Gebiet, niemand am Steuer. Waymo-Robotaxis.
5Volle Automatisierung (L5)Fährt überall, wo ein Mensch könnte, bei jedem Wetter. Noch ist kein Serienauto L5.

Was sind vernetzte Autos?

Ein vernetztes Auto hat eine ständige Internetverbindung und kann mit Systemen außerhalb von sich selbst sprechen: mit anderen Fahrzeugen, mit der Straßeninfrastruktur und mit der Cloud des Herstellers. Es nutzt Sensoren, GPS und Funkverbindungen, um Live-Daten über seine Umgebung zu teilen, etwa zu Verkehr, Straßenzustand und Gefahren weiter vorn.

Der Oberbegriff dafür ist Vehicle-to-Everything (V2X). Ein vernetztes Auto kann Daten mit anderen Fahrzeugen (V2V), mit Infrastruktur wie Ampeln (V2I) und mit Fußgängern mit Smartphone (V2P) austauschen. Der Nutzen ist konkret: frühere Warnung vor Gefahren, die du noch nicht sehen kannst, dazu Ferndiagnose und Over-the-Air-Updates, mit denen ein Auto auch nach dem Kauf besser wird.

Welche Rolle spielen vernetzte Autos beim autonomen Fahren?

Konnektivität ist eine Grundlagentechnologie für autonome Fahrzeuge. Auf den Stufen 3, 4 und 5 muss ein Auto große Datenmengen aufnehmen und in Echtzeit entscheiden, was zu tun ist. Der Austausch mit der Umgebung gibt dem Auto mehr Material, als seine eigenen Sensoren allein liefern.

Auf Level 3 erledigt der Mercedes-Benz Drive Pilot das meiste noch mit bordeigenen Sensoren, doch externe Daten helfen in den Bedingungen, für die er gebaut ist, etwa im dichten Autobahnverkehr. Wenn Fahrzeuge und Straßeninfrastruktur teilen, was sie sehen, kann ein Auto auf einen Stau oder eine Gefahr reagieren, bevor die eigenen Kameras sie erfassen.

Je höher die Stufe, desto mehr zählt das. Ein Level-5-Auto würde sich sowohl auf die eigenen Sensoren als auch auf Daten von anderen Fahrzeugen und aus der Smart-City-Infrastruktur stützen. Netze mit geringer Latenz wie 5G, zusammen mit Sensoren an der Straße und dem Internet der Dinge, machen genau diese Abstimmung im Bruchteil einer Sekunde möglich.

Vergleichstabelle der Stufen des autonomen Fahrens

Stufe Automatisierungsgrad Menschliches Eingreifen Hauptmerkmale
Level 0 Keine Automatisierung Der Fahrer kontrolliert alle Aspekte des Fahrens Fahrerassistenzfunktionen wie Warnungen
Level 1 Fahrerassistenz Der Fahrer bleibt in Kontrolle, das Auto unterstützt bei Geschwindigkeit oder Lenken Funktionen wie Tempomat oder Spurhalteassistent
Level 2 Teilautomatisierung Der Fahrer muss die Umgebung überwachen und eingriffsbereit sein Übernimmt sowohl Lenkung als auch Geschwindigkeit (z.B. Tesla Autopilot)
Level 3 Bedingte Automatisierung Der Fahrer kann sich zurücklehnen, muss aber eingriffsbereit sein Das Fahrzeug kann die meisten Fahraufgaben unter bestimmten Bedingungen übernehmen (z.B. Mercedes Drive Pilot)
Level 4 Hohe Automatisierung Kein menschliches Eingreifen erforderlich in bestimmten Umgebungen Erledigt alle Fahraufgaben innerhalb eines definierten Bereichs, kann aber außerhalb dieses Bereichs stoppen
Level 5 Vollständige Automatisierung Kein menschlicher Input erforderlich Vollständig autonom in allen Umgebungen (Zukunftsvision)

Level 0 (L0): Keine Automatisierung

Auf Level 0 fährt der Mensch komplett selbst. Das Auto darf warnen, greift aber nie in die Bedienung ein. Ein Basis-Kleinwagen aus den 2010ern mit nicht mehr als einem Spurhaltepiepser oder einer Totwinkel-Leuchte ist Level 0: Die Warnungen sagen dir etwas, aber lenken, bremsen und beschleunigen musst du selbst. Auch der Notbremsassistent gehört hierher, denn er greift nur im Notfall ein, statt zu fahren.

Level 1 (L1): Fahrerassistenz

Auf Level 1 übernimmt das Auto eine Aufgabe zur Zeit, entweder Tempo oder Lenkung, aber nicht beides zusammen. Die Verantwortung bleibt voll beim Fahrer. Das klassische Beispiel ist der adaptive Tempomat, der Tempo und Abstand zum Vordermann hält, während du weiter lenkst. Auch ein Spurhalteassistent für sich allein ist Level 1. Level 1 verlässt man erst, wenn ein Auto beide Aufgaben gleichzeitig erledigt.

Level 2 (L2): Teilautomatisierung

Auf Level 2 übernimmt das Auto Lenkung und Tempo gleichzeitig, aber du musst die ganze Zeit auf die Straße schauen und jederzeit übernehmen können. Hier sitzt praktisch jede „selbstfahrende“ Funktion, die heute verkauft wird. Tesla Autopilot ist Level 2, und das gilt trotz des Namens auch für Teslas Full Self-Driving (FSD): Die Verantwortung liegt rechtlich jederzeit beim Fahrer. GM Super Cruise und Ford BlueCruise sind ebenfalls Level 2, auch wenn man auf freigegebenen Autobahnen die Hände vom Lenkrad nehmen darf. Auf die Frage, welches Level Tesla hat, lautet die Antwort für Autopilot und FSD also: Level 2.

Level 2 vs. Level 3: wo die Verantwortung wechselt

Der Schritt von Level 2 zu Level 3 ist der wichtigste, denn hier wandert die rechtliche Verantwortung von dir zum Auto. Auf Level 2 fährst immer du, auch mit Händen vom Lenkrad. Auf Level 3 fährt das Auto, solange die Bedingungen passen, und du darfst den Blick abwenden, musst aber binnen Sekunden übernehmen, wenn es dich auffordert. Alles unter Level 3 überwacht dich; ab Level 3 überwacht das Auto die Straße.

Level 3 (L3): Bedingte Automatisierung

Auf Level 3 übernimmt das Auto die komplette Fahraufgabe, aber nur in einem engen Rahmen, typisch im langsamen Autobahnverkehr. Innerhalb dieses Rahmens darfst du den Blick von der Straße nehmen; außerhalb fährst du selbst. Der Mercedes-Benz Drive Pilot ist das Vorzeigebeispiel und die Antwort darauf, welches Level ein Mercedes hat: Es war das erste für öffentliche Straßen zugelassene Level-3-System, zuerst in Deutschland, dann in Nevada und Kalifornien, und es arbeitet im dichten Autobahnverkehr bis etwa 95 km/h. Drive Pilot ist zugleich die höchste Automatisierungsstufe, die du heute in einem Privatauto legal kaufen kannst.

Autonomes Fahren Stufen

Level 4 (L4): Hochautomatisierung

Auf Level 4 fährt das Auto ohne verantwortliche Person am Steuer, aber nur innerhalb eines kartierten, freigegebenen Gebiets, seiner Operational Design Domain. Ein Mensch muss nicht übernehmen: Stößt das Auto auf etwas, das es nicht bewältigt, etwa schlechtes Wetter oder eine Straße außerhalb seiner Zone, hält es selbstständig sicher an. Hier sitzt Waymo, was eine weitere häufige Frage beantwortet, nämlich welches Level Waymo hat: Level 4. Waymo betreibt bezahlte, vollständig fahrerlose Robotaxis mit leerem Fahrersitz in Städten wie Phoenix, San Francisco, Los Angeles und Austin. Der Haken ist die Grenze. Fahre über den Rand der kartierten Zone hinaus, und das Auto fährt nicht weiter.

Level 5 (L5): Volle Autonomie

Auf Level 5 fährt das Auto überall, wo auch ein Mensch fahren könnte, bei jedem Wetter, ohne Lenkrad und Pedale. Es gibt keine geografische Grenze und keinen Zustand, in dem es an einen Menschen zurückgibt. Kein System auf der Straße hat das erreicht, und es gibt kein Auto auf Level 5 zu kaufen. Die meisten in der Branche rechnen damit, dass das noch viele Jahre außer Reichweite bleibt; das Schwere sind nicht die einfachen 99 Prozent des Fahrens, sondern die seltenen, chaotischen Situationen, die ein Mensch ohne Nachdenken meistert.

Wie wirken sich Vorschriften auf das autonome Fahren aus?

Das Gesetz entscheidet, was die Hersteller tatsächlich freischalten dürfen. Deshalb kann eine Funktion technisch existieren und in manchen Märkten trotzdem gesperrt bleiben. Deutschland hat als erstes Land ein Level-3-Gesetz verabschiedet und es auf bestimmten Straßen mit begrenztem Tempo zugelassen, weshalb Mercedes den Drive Pilot dort startete. Japan und Südkorea sind mit eigenen Level-3-Regeln gefolgt. Über allen steht die UNECE, die die internationalen Standards schreibt, damit die Zulassungen länderübergreifend grob im Einklang bleiben.

Was bringt die Zukunft des autonomen Fahrens?

Level 5 ist der Teil, der noch weit weg ist. Der echte Fortschritt der nächsten Jahre liegt auf Level 3 und 4: Mehr Hersteller arbeiten auf eine Level-3-Zulassung gegen Ende des Jahrzehnts hin, und Level-4-Robotaxiflotten wachsen Stadt für Stadt. Vernetzte Autos und 5G sind das, was diese höheren Stufen im dichten, schnell wechselnden Verkehr funktionieren lässt. Realistisch sind stetige Fortschritte Stufe für Stufe, nicht der plötzliche Sprung zu einem Auto, das überall selbst fährt.

Das EV-Global Urteil: die Stufen, und wozu sie taugen

Die SAE-Skala L0 bis L5 ist nicht perfekt, gibt aber allen einen gemeinsamen Maßstab. Mit ihr vergleichst du Gleiches mit Gleichem und durchschaust einen Hersteller, der ein Level-2-System unter einem Namen wie „Full Self-Driving“ vermarktet (Namen nennen wir keine). Die Zahl auf der Verpackung zählt mehr als das Wort daneben, also lohnt es sich zu wissen, was vernetzte Autos und der Rest der Technik wirklich leisten.

Um die Stufen neben die Autos zu legen, nach denen die Leute fragen: Tesla Autopilot und FSD sind Level 2, der Mercedes Drive Pilot ist Level 3 und das Höchste zum Kaufen, und Waymo fährt Level-4-Robotaxis auf öffentlichen Straßen. Level 5, ein Auto, das überall bei jedem Wetter fährt, ist noch weit weg. Die echte Veränderung passiert Stufe für Stufe auf L3 und L4, und genau dort lohnt sich der Blick.

Stufen des autonomen Fahrens: häufige Fragen

Welche Stufen des autonomen Fahrens gibt es?

Die SAE-Skala reicht von Level 0 (keine Automatisierung) bis Level 5 (fährt überall ohne Mensch). Level 1 und 2 assistieren, Level 3 fährt unter Bedingungen selbst, und Level 4 ist innerhalb eines festgelegten Gebiets fahrerlos.

Welches Autonomie-Level kann man heute kaufen?

Die meisten Autos bieten Level-2-Assistenz, einige Luxusmodelle ein begrenztes Level 3. Echtes fahrerloses Level 4 gibt es nur in Robotaxis wie Waymo, nicht in Autos zum Kaufen.

Was unterscheidet Level 4 von Level 5?

Level 4 fährt vollständig selbst, aber nur in einem kartierten, freigegebenen Gebiet oder Zustand und kann den Dienst sonst verweigern. Level 5 würde überall fahren, wo auch ein Mensch fährt, bei jedem Wetter, was kein System erreicht.

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