Was ist Waymo? Alphabets selbstfahrende Robotaxis
Was ist Waymo? Waymo ist der fahrerlose Fahrdienst von Alphabet. Die rein elektrischen Fahrzeuge (heute der Jaguar I-PACE, künftig eigens gebaute Zeekr-Robotaxis) fahren auf SAE-Level 4 ohne Fahrer, in Städten wie Phoenix, San Francisco, Los Angeles und Austin.
Was ist Waymo?
Waymo ist die Selbstfahr-Firma von Alphabet und betreibt den weltweit einzigen Robotaxi-Dienst in großem Maßstab, bei dem man für eine Fahrt zahlt, ohne dass jemand am Steuer sitzt. Die Autos fahren auf Level 4 (innerhalb ihrer kartierten Einsatzgebiete vollständig fahrerlos) und sie sind elektrisch: Die Flotte basiert überwiegend auf dem Jaguar I-PACE. Genau diese Kombination unterscheidet Waymo von Konkurrenten wie Tesla, bei denen weiterhin ein Mensch hinterm Lenkrad sitzt.
Dieser Artikel beantwortet die Fragen, die man zu Waymo wirklich stellt: was das Unternehmen ist, wie seine selbstfahrenden Autos funktionieren, welche Autos es nutzt, wo man mitfahren kann, wie sicher es ist und wie es gegen Tesla dasteht.
Waymo ist längst kein Testprojekt mehr. Bis 2026 befördern die fahrerlosen Autos jeden Tag zahlende Fahrgäste in Phoenix, San Francisco, Los Angeles, Austin und Atlanta, weitere Städte kommen hinzu. Die Flotte ist vollelektrisch (vor allem Jaguar I-PACE SUVs, dazu ältere Chrysler Pacifica Minivans) und sie schafft inzwischen mehr als eine halbe Million bezahlte Fahrten pro Woche. Der langjährige Hauptkonkurrent, GMs Cruise, wurde Ende 2024 eingestellt, womit Waymo klar vorne liegt.
Woher Waymo kommt
Waymo ist die Abteilung für autonomes Fahren von Alphabet, der Muttergesellschaft von Google. Das Ganze begann 2009 als Googles Projekt für selbstfahrende Autos und wurde 2016 als eigenständiges Unternehmen unter Alphabet ausgegliedert. Dieser lange Vorsprung zählt: Waymo verfeinert dasselbe Kern-System seit über fünfzehn Jahren, ein wesentlicher Grund, warum es als Erstes echtes Level-4-Fahren auf öffentlichen Straßen erreicht hat.
Welche Autos nutzt Waymo?
Das Gesicht der Flotte ist seit einigen Jahren der Jaguar I-PACE, ein vollelektrisches SUV voller Waymo-Sensoren mit der drehenden Kuppel auf dem Dach. Er löste die Chrysler-Pacifica-Vans ab, die Waymo 2023 ausmusterte. 2026 wird die Flotte gemischt: Waymo bringt das Robotaxi "Ojai" auf Zeekr-Basis heraus (Zeekr gehört zum chinesischen Geely-Konzern), mit Schiebetüren, kleinerem Sensorpaket und einer geräumigeren, kantigeren Kabine. Der chinesische Partner liefert nur das nackte Fahrzeug, die Selbstfahr-Hardware baut Waymo in den USA ein. Eine Version auf Basis des Hyundai Ioniq 5 ist ebenfalls unterwegs. Die neueren Autos fahren mit Waymos sechster Fahrergeneration, die günstigere Teile nutzt und schlechteres Wetter besser meistern soll als das fünfte System im I-PACE.
Was macht Waymo besonders?
| Feature | Beschreibung |
|---|---|
| Level-4-Autonomie | Waymo fährt auf Level 4: Das Auto fährt innerhalb seines kartierten Einsatzgebiets ohne menschliches Eingreifen. Das ist ein Schritt über Teslas Level-2-System "Full Self-Driving" (FSD) hinaus, bei dem der Fahrer jederzeit übernahmebereit bleiben muss. Dass Waymo dichten Stadtverkehr mit leerem Fahrersitz bewältigt, zeigt den Abstand am deutlichsten. |
| Lidar- und Sensorsuite | Jedes Waymo nutzt Lidar, Kameras und Radar im Zusammenspiel. Lidar erstellt eine detaillierte 3D-Karte der Umgebung, mit der das Auto Fußgänger, Radfahrer und andere Fahrzeuge präzise verortet, und das funktioniert auch nachts oder bei Blendung, wo Kameras allein an ihre Grenzen kommen. |
| Meilen aus der Praxis | Waymo hat über 100 Millionen vollständig fahrerlose Meilen auf öffentlichen Straßen zurückgelegt (Anfang 2026 mehr als 200 Millionen), in Phoenix, San Francisco, Los Angeles, Austin und Atlanta. Kein anderes Unternehmen hat annähernd so viel fahrerlose Praxis, aus der es lernen kann. |
| Die Autos und wie man sie bucht | Die Flotte basiert auf dem rein elektrischen Jaguar I-PACE, dazu sind ältere Chrysler Pacifica Minivans im Einsatz. Gebucht wird über die Waymo-One-App in Städten wie San Francisco und Los Angeles oder über die Uber-App in Austin und Atlanta, wo Waymo und Uber den Dienst gemeinsam betreiben. |
| Sicherheitsbilanz | Über zig Millionen fahrerlose Meilen zeigen unabhängige und begutachtete Auswertungen von Waymos Daten rund 90% weniger Unfälle mit schweren Verletzungen als bei menschlichen Fahrern auf denselben Straßen. Das Auto fährt bewusst vorsichtig, was Leute dahinter mitunter nervt. |
Wie funktioniert Waymo?
Aus Sicht der Fahrgäste ist es simpel: App öffnen, Fahrt anfordern, ein leerer Jaguar I-PACE fährt vor und bringt einen ans Ziel. Darunter führt das Auto seine Lidar-, Kamera- und Radardaten zu einem Live-3D-Modell der Straße zusammen und gleicht es mit einer hochauflösenden Karte ab, die Waymo zuvor vom Gebiet erstellt hat. Es plant einen Weg, sagt das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer voraus und fährt, ohne dass jemand aus der Ferne lenkt. Im Hintergrund sitzen Mitarbeiter, die dem Auto Hinweise geben können, wenn es nicht weiterkommt, aber sie steuern es nicht.
Die Buchung hängt von der Stadt ab. In San Francisco, Los Angeles und Phoenix nutzt man die Waymo-One-App direkt. In Austin und Atlanta laufen die Fahrten stattdessen über die Uber-App: Waymo und Uber betreiben diese Märkte gemeinsam, Uber übernimmt die Disposition, Waymo betreibt die Autos. Cruise, der GM-Rivale, der einmal wie Waymos engster Konkurrent aussah, wurde abgewickelt, nachdem GM Ende 2024 die Finanzierung gestoppt hatte.
Waymo vs. Tesla: Wer führt beim selbstfahrenden Auto?
Das ist der Vergleich, den alle wollen: Ist Waymo besser als Tesla? Die ehrliche Antwort: Sie machen noch nicht dasselbe. Teslas "Full Self-Driving" (FSD) ist ein Level-2-System, beeindruckend und in Autos verbaut, die man kaufen kann, aber es braucht weiterhin einen übernahmebereiten Menschen. Waymos Autos sind Level 4 und befördern zahlende Fahrgäste mit leerem Fahrersitz. Beim entscheidenden Maßstab (kann es ohne Menschen im Spiel fahren?) liegt Waymo heute vorn.
Auch bei der Hardware setzen beide unterschiedlich an. Waymo stützt sich auf Lidar plus detaillierte vorab erstellte Karten, präzise, aber teuer und Stadt für Stadt langsam auszurollen. Tesla verzichtet auf Lidar und Karten und liest die Straße mit Kameras und KI in Echtzeit, günstiger und über Millionen Autos viel leichter zu skalieren, aber der schwierigere Weg zum echten fahrerlosen Betrieb. Tesla jagt der Skalierung hinterher; Waymo hat die fahrerlosen Meilen bereits. Wessen Ansatz gewinnt, ist die zentrale offene Frage beim autonomen Fahren; einen vollständigen Vergleich findest du in unserem Tesla Robotaxi vs. Waymo Vergleich.
Bietet Uber selbstfahrende Autos an?
Ja, in manchen Städten, über Waymo. In Austin und Atlanta kann man bei einer normalen Uber-Anfrage statt eines menschlichen Fahrers ein fahrerloses Waymo zugewiesen bekommen, und ob man das möchte, lässt sich in der App einstellen. Uber selbst baut keine selbstfahrenden Autos, sondern bietet sie über Partner an. Eine Zeit lang gehörte dazu GMs Cruise, doch Cruise ist eingestellt, der Partner, der jetzt zählt, ist Waymo.
Was ist aus Cruise geworden?
Cruise, im Besitz von General Motors, galt jahrelang als Waymos engster Rivale und betrieb in San Francisco eigene fahrerlose Taxis. Das änderte sich nach einem Unfall im Oktober 2023, bei dem eines seiner Autos eine Fußgängerin mitschleifte; Cruise verlor seine kalifornischen Genehmigungen und legte die Flotte still. Im Dezember 2024 stoppte GM die Finanzierung des Robotaxi-Geschäfts und gliederte den Rest in die eigene Fahrassistenz-Entwicklung ein. Für Fahrgäste heißt das: Unter den großen, wirklich fahrerlosen Diensten in den USA steht Waymo nun praktisch allein da, während Tesla noch an einem vergleichbaren öffentlichen Dienst arbeitet.
Waymo-Fahrzeuge und Verfügbarkeit
Welche Fahrzeuge nutzt Waymo?
Waymo baut keine eigenen Autos, sondern rüstet seriennahe Elektrofahrzeuge mit seiner autonomen Technik aus. Im Einsatz ist vor allem der vollelektrische Jaguar I-PACE, ausgestattet mit Lidar, Kameras und Radar auf dem Dach und an den Kotflügeln. Als nächste Generation kommt der Zeekr RT hinzu, ein eigens für den Robotaxi-Betrieb gebauter Elektro-Van; ältere Flotten fuhren mit dem Chrysler Pacifica. Ein Waymo-Fahrzeug ist also ein bekanntes Elektromodell plus zusätzliche Sensorik, kein komplett eigenständiges Auto.
Ist Waymo in Deutschland verfügbar?
Nein. Waymo betreibt seinen Robotaxi-Dienst ausschließlich in den USA, derzeit in Phoenix, San Francisco, Los Angeles, Austin und Atlanta, mit schrittweiser Ausweitung auf weitere US-Städte. In Deutschland und im übrigen Europa gibt es bislang weder einen Waymo-Dienst noch einen angekündigten Starttermin. Wer selbst ein Waymo-Robotaxi erleben möchte, kann das aktuell nur in einer dieser US-Städte tun.
EV-Global Urteil: Wohin sich das autonome Fahren entwickelt
Waymo hat die Frage geklärt, ob ein bezahltes, vollständig fahrerloses Taxi auf echten Stadtstraßen funktioniert, es funktioniert, jeden Tag, im Maßstab von mehr als einer halben Million Fahrten pro Woche. Offen sind jetzt Geld und Reichweite: ob sich der Lidar-und-Karten-Ansatz schnell und günstig genug ausweiten lässt, um ganze Metropolen abzudecken, und ob Teslas reiner Kamera-Ansatz den Abstand je aufholt. So oder so ist die Technik vom Demo zum täglichen Verkehrsmittel geworden, und das steht nicht mehr in Frage.
Waymo Robotaxis: häufige Fragen
Fährt Waymo wirklich komplett fahrerlos?
Ja. In seinen Einsatzgebieten betreibt Waymo echte Level-4-Robotaxis ohne Sicherheitsfahrer und befördert zahlende Fahrgäste. Es ist eines der wenigen Unternehmen, das das in großem Maßstab tut.
Wo kann man mit einem Waymo fahren?
Bezahlte öffentliche Fahrten gibt es in Städten wie Phoenix, San Francisco, Los Angeles, Austin und Atlanta, weitere kommen hinzu. Der Dienst ist auf kartierte Zonen dieser Metropolen begrenzt.
Wie sicher ist Waymo im Vergleich zu Menschen?
Waymos eigene Daten, gestützt von Versicherungsstudien, zeigen über Hunderte Millionen fahrerlose Meilen deutlich weniger Unfälle mit Verletzten als bei menschlichen Fahrern. Es fährt bewusst vorsichtig, was andere im Verkehr mitunter nervt.
Was kostet eine Waymo-Fahrt?
Die Preise sind grob mit Uber oder Lyft in denselben Städten vergleichbar und schwanken mit Strecke und Nachfrage. Es gibt keinen Fahrer, du zahlst aber einen normalen Fahrdienst-Preis.