Die Zukunft der EV-Batterien: CATL, LG, BYD und Samsung
Einleitung: Die größten EV-Batteriehersteller und ihr Marktanteil
Eine Handvoll Firmen baut fast jede Batterie in den Elektroautos der Welt. Allein Chinas CATL liefert mehr als ein Drittel davon; zusammen mit BYD und LG Energy Solution kommen die Top drei auf rund zwei Drittel des weltweiten Marktanteils bei EV-Batterien. Dieser Artikel nimmt die größten Batteriehersteller der Welt unter die Lupe (CATL, BYD, LG Energy Solution und Samsung SDI), zeigt, wie sich ihre Technik unterscheidet, und wo jeder stark ist. Von BYDs Blade-Batterie bis zu CATLs Lithium-Eisen-Phosphat-Zellen (LFP): Wir schlüsseln die Chemie, die Marktpositionen und die regionalen Strategien dahinter auf.
Anteil an den weltweit in E-Autos verbauten GWh. Tippe, um 2024 mit 2023 zu vergleichen, CATL und BYD legen weiter zu, während die koreanischen und japanischen Hersteller verlieren. Quelle: SNE Research.
1. CATL: Der Hersteller, der das Tempo vorgibt
Technik
CATL (Contemporary Amperex Technology Limited) ist der größte Batteriehersteller der Welt und beliefert die meisten großen Autohersteller mit Zellen. Zwei Produkte zeigen, wohin die Reise geht: die Shenxing ist eine LFP-Zelle, die auf schnelles Laden ausgelegt ist, und das Qilin ist ein Pack mit hoher Dichte, das mehr Energie auf gleichem Raum unterbringt. CATL baut vor allem LFP-Zellen (Lithium-Eisen-Phosphat), die günstiger sind und länger halten als die Variante auf Nickelbasis, um den Preis von etwas weniger Reichweite pro Größe. Für Mainstream-Autos passt dieser Kompromiss gut, und LFP lässt sich zudem schwerer entzünden, was der Sicherheit hilft.
Wachstumsstrategie
CATL drängt auch über das Auto hinaus in Märkte, die gerade erst elektrifiziert werden, etwa Baumaschinen und Schifffahrt. Beide nutzen weit größere Batterien als ein Auto und sind damit der logische nächste Schritt für einen Zellhersteller dieser Größe.
Regionale Stärken
- China: Dominiert den heimischen EV-Batteriemarkt mit starker staatlicher Unterstützung.
- Europa: Ausbau der Präsenz mit einer Fabrik in Ungarn, die ab 2025 die steigende Nachfrage nach EV-Batterien in der Region decken soll.
2. LG Energy Solution: Koreas Antwort auf CATL
Technik
LG Energy Solution (LGES) hat sich mit Zellen auf Nickelbasis (NMC) einen Namen gemacht, nimmt nun aber LFP dazu, um günstigere Einsteigerautos zu erreichen, genau den Teil des Marktes, den CATL und BYD bereits besetzen. Außerdem stellt LGES auf die Cell-to-Pack-Bauweise (CTP) um, die die Zwischenebene aus Modulen weglässt und die Zellen direkt ins Pack einsetzt. Das senkt die Kosten, spart Gewicht und schafft Platz für mehr Zellen.
Wachstumsstrategie
Weil die EV-Nachfrage langsamer wächst als erwartet, baut LGES nicht länger neue Kapazitäten auf, sondern holt mehr aus den bestehenden Werken heraus. In den USA stützt sich das Unternehmen auf die Steuergutschriften des Inflation Reduction Act (IRA), in Europa auf langfristige Lieferverträge wie den mit Renault. Die schwierige Aufgabe bleibt, die großen neuen Werke bei schwacher Nachfrage auszulasten.
Regionale Stärken
- Vereinigte Staaten: Profitiert von der IRA und beliefert mehrere US-Autohersteller.
- Europa: Stützt sich auf langfristige Verträge, kämpft aber mit schwacher Nachfrage und direkter Konkurrenz von CATL und BYD.
3. BYD: Der Autohersteller, der seine Zellen selbst baut
Technik
BYD ist ein Sonderfall: Autobauer und Batteriehersteller in einem, ein wesentlicher Grund für den Aufstieg auf Platz zwei. Die Blade-Batterie ist ein LFP-Design, das die langen, flachen Zellen direkt in den Boden des Autos einsetzt. Diese Bauweise nutzt den Platz gut und hält in BYDs Nageltests besser gegen das thermische Durchgehen stand, die Kettenreaktion, die eine beschädigte Lithium-Ionen-Zelle in Brand setzen kann. BYDs DM-Plug-in-Hybridsystem der fünften Generation gibt einen thermischen Wirkungsgrad des Motors von 46,06 % an und eine kombinierte Reichweite von bis zu 2.100 km mit vollem Tank und voller Batterie.
Wachstumsstrategie
BYD verkauft an beiden Enden des Marktes: günstige Modelle, die in den Schwellenländern in riesigen Stückzahlen laufen, und eine Prestigemarke, Yangwang, mit Autos wie dem Geländewagen U8. Um Zölle und Transportkosten zu umgehen, baut BYD Werke im Ausland, unter anderem in Thailand und Brasilien, und fertigt so näher an den Käufern.
Regionale Stärken
- China: Die meistverkaufte Automarke im Heimatmarkt, elektrisch wie insgesamt.
- Südostasien und Lateinamerika: Gewinnt mit günstigen Modellen schnell Anteile, während diese Märkte auf Elektro umsteigen.
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4. Samsung SDI: Kleinere Mengen, Premium-Zellen
Technik
Samsung SDI ist der kleinste der vier und konkurriert über Qualität statt über Menge. Das Unternehmen baut Zellen mit hoher Energiedichte für Premium- und Sportwagen, bei denen Reichweite und Packaging mehr zählen als der letzte Euro an Kosten. Außerdem gehört Samsung SDI zu den Firmen, die bei der Festkörperbatterie am weitesten sind, einer Technik, die den flüssigen Elektrolyten durch einen festen ersetzt und mehr Reichweite sowie bessere Sicherheit verspricht, aber noch nicht in Serie geht.
Wachstumsstrategie
Statt auf Volumen zu setzen, bleibt Samsung SDI in seiner Premium-Nische und bei seinen Verträgen mit Luxusherstellern. Zugleich drängt das Unternehmen in die stationäre Energiespeicherung (ESS), den Markt für Netz- und Heimspeicher, der parallel zum Auto schnell wächst.
Regionale Stärken
- Europa: Enge Beziehungen zu Premium-Herstellern sichern eine Position im Luxus-EV-Markt.
- Asien: Eine solide Heimatbasis, jedoch unter wachsendem Preisdruck durch CATL und BYD.
Zusammenfassung: Wichtige Erkenntnisse
| Unternehmen | Technologischer Fokus | Wachstumsstrategie |
|---|---|---|
| CATL | Hohe Energiedichte, LFP-Batterien | Expansion in die Bereiche Maschinen und Schifffahrt; neue Fabrik in Ungarn ab 2025 |
| LG Energy Solution | LFP, Cell-to-Pack (CTP)-Technologie | Fokus auf Optimierung, Nutzung von US-IRA-Anreizen |
| BYD | Fünftes DM-Hybridsystem, Blade-Batterie | Fokus auf Luxus- und Mainstream-Märkte, globale Produktionskapazitäten ausbauen |
| Samsung SDI | Hochdichte EV-Batteriezellen, Festkörpertechnologie | Ausbau von Premium-Partnerschaften, Prüfung von ESS-Marktchancen |
Wer führt den EV-Batteriemarkt an?
Nach den aktuellen Zahlen ist die Antwort eindeutig: CATL führt, BYD ist Zweiter und setzt sich vom Rest ab, und LG Energy Solution hält Platz drei. Die vier Hersteller in diesem Artikel decken den Großteil des Marktes ab, sind aber nicht die einzigen Namen, die zählen. Zu CATLs wichtigsten Konkurrenten gehören außerdem SK On und CALB aus China und Korea sowie Japans Panasonic, der langjährige Tesla-Lieferant. Die Grafik oben zeigt alle sieben.
- CATL führt bei Technik und Marktanteil und ist in China und Europa am stärksten.
- LG Energy Solution lastet bestehende Werke aus, statt neue zu bauen; die USA und Europa sind die wichtigsten Märkte.
- BYD ist der schnellste Aufsteiger, begünstigt dadurch, dass es seine Zellen selbst baut und Autos vom Billigsegment bis zum Ultra-Luxus verkauft.
- Samsung SDI bleibt in der Premium-Nische und setzt früh auf Festkörperbatterien.
Das größere Bild ist, wie einseitig der Markt geworden ist: Sechs der zehn größten Batteriehersteller sind chinesisch, und chinesische Firmen liefern rund zwei von drei weltweit verkauften EV-Batterien. Die koreanischen und japanischen Hersteller verteidigen ihren Anteil, statt zuzulegen. Die nächste Verschiebung, die man im Blick behalten sollte, ist die Festkörperbatterie. Sie könnte die Reihenfolge erneut durcheinanderwirbeln. Vorerst aber geben CATL und BYD das Tempo vor.
E-Auto-Batterien: häufige Fragen
Wer stellt die meisten E-Auto-Batterien her?
Chinas CATL führt klar mit deutlich über einem Drittel des Weltmarkts, gefolgt von BYD. Koreanische und japanische Firmen wie LG, SK On, Samsung SDI und Panasonic teilen sich den Großteil des Rests.
Was ist der Unterschied zwischen LFP- und NMC-Batterien?
LFP (Lithium-Eisenphosphat) ist günstiger, langlebiger und sicherer, speichert aber weniger Energie pro Größe, während NMC (Nickel-Mangan-Kobalt) mehr Reichweite bei weniger Gewicht zu höherem Preis bietet. LFP dominiert heute günstigere Autos.
Baut Tesla seine Batterien selbst?
Teilweise. Tesla entwickelt und fertigt einige Zellen selbst, kauft aber weiterhin stark bei CATL, LG und Panasonic. Die meisten Hersteller setzen auf diese Batterieriesen, statt Pakete komplett selbst zu bauen.